Möbel

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Emile Gallé, einer der großen Namen des Jugendstils, hatte zunächst eine ganz andere berufliche Richtung eingeschlagen, bevor er durch seine Entwürfe für Möbel und vor allem Glas- und Keramikkunst bekannt wurde. Obwohl er bereits in eine Familie hinein geboren wurde, die sich dem Handel mit kunsthandwerklicher Glas- und Keramikware verschrieben hatte, widmete er sich als junger Mann zunächst den Geistes- und Naturwissenschaften. Später erlernte er jedoch selbst das handwerkliche Arbeiten mit den Materialien, die auch später seine Werkstücke bilden sollten.

Émile Gallé lässt Erfahrungen aus Reisen in seine Entwürfe einfließen

Während seiner Reisen in Deutschland und Großbritannien sammelte der experimentierfreudige Künstler umfangreiche Erfahrungen und begann anschließend selbst, neue Techniken in der Glasbläserkunst zu erproben. Nach der Übernahme des elterlichen Betriebs baute er diesen im späten 19. Jahrhundert aus und vergrößerte ihn zu einem eigenen Kunstatelier für Keramik-, Glas- und Holzarbeiten. Schnell gelang es ihm, sich erfolgreich in der Szene zu etablieren und internationale Anerkennung zu erlangen. Auch der wirtschaftliche Erfolg blieb nicht aus. So wurde er Arbeitgeber für mehrere hundert Mitarbeiter in weiteren Vertriebsstätten seiner Werke in London, Paris und Frankfurt.

Gallé Lampen und Möbel sind Kunstwerken

Inspiration erlangte der Künstler nicht zuletzt aus seinen Studienjahren. Die Pflanzenwelt und die Natur allgemein waren es, die Émile Gallés Fantasie vor allem bei der Gestaltung seiner zum Teil mit ehrenhaften Preisen ausgezeichneten Vasen und Lampenschirme bereicherten.  Seine Möbelarbeiten spiegelten die Motive aus Natur und Pflanzenwelt in ihren klassischen Jugendstilformen ab. Organische Formen in der Grundstruktur und verspielte Detailarbeiten machten seine Möbel zu Kunstwerken, deren Originalität und Schönheit bis heute geschätzt werden.

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Jugendstil ist eine Kunst- und Einrichtungs-Stilrichtung, die sich im Europa der vorvergangenen Jahrhundertwende entwickelt hat. Sie besticht durch ausgewogene Proportionen und eine hohe Ästhetik. Typisch für den Jugendstil, und dabei vor allem für Jugendstil-Möbel wie z.B. den Jugendstil Kleiderschrank, sind ausgewogene Proportionen und die typischen, elegant geschwungenen Linien, die an Pflanzen (ganz beliebt: Seerosen) erinnern. Der Jugendstil – in Europa währte er etwa 20 Jahre -, ist als Gegenbewegung zum Historismus entstanden, der protzige, an historischen Vorbildern angelehnte Häuser oder Gebrauchsgegenstände hervorbrachte. Der Jugendstil hingegen ist wesentlich moderner, schlichter. Seine Vorlage ist die – ästhetisch überhöhte – Natur. Aus diesem Grund sind die Möbel, das gilt auch für Jugendstil Kleiderschränke, selten symmetrisch. Auch dies ist ein typisches Zeichen des Jugendstils und unterscheidet die Kleiderschränke deutlich von den (ebenfalls geschwungenen, aber streng symmetrischen) Schränken der Barockzeit.

Jugendstil Kleiderschrank – elegant und nicht protzig

Elegante Proportionen zeichnen den Jugendstil Kleiderschrank aus. Der typischerweise praktisch und geräumig ist. Es gibt zwei- und dreitürige Modell, bei manchen ist ein Spiegel integriert. Die Türblätter sind meist unterteilt oder durch Leisten gegliedert, die meist auffällig geschwungen sind. Oftmals sind rankende Pflanzen als Dekorationselement integriert. Das Holz ist meist dunkel, Eiche oder gebeizter Nussbaum. Die Griffe bestehen oft aus Messing, der ebenfalls die auffällige, typisch geschwungene Jugendstil-Linienführung zeigt. Ein Jugendstil Kleiderschrank zeigt oft auffällige, kurvige Biegungen und Leisten, oft abgerundete Ecken oder Kanten. Alles ist – dem Vorbild der Natur nachempfunden – abgerundet und sanft geschwungen.

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Im Jahr 1897 entstand die Wiener „Sezession“ als „Vereinigung bildender Künstler Österreichs“. Sezession bezeichnet eine Künstlergruppe, die sich von einem bestehenden Künstlerverband abspaltet. Im Fall des Jugendstils bestand der Anlass im Protest gegen billig und massenhaft (industriell) hergestellte Möbel im Stil des Historismus. Die Künstler wollten durch handwerklich geschaffene, qualitativ anspruchsvolle, stilistisch ästhetische Möbel, die sich dem Ideal des Jugendstils „Gesamtkunstwerk aus Architektur, Inneneinrichtung, Kunst, Kunsthandwerk von dekorativer Schönheit“ anpassten, neue Wege gehen. Wie bei ihrem englischen Vorbild, der Arts and Crafts Bewegung, war der Einfluss japanischer Kunst auf den Jugendstil im Wiener Sezessionsstil deutlich erkennbar. Die Wiener Sezessionsstil Möbel wiesen die typischen Jugendstil-Merkmale, die geschwungene, ausdrucksvolle Linienführung und aufwendig ornamental geschmückte Teilbereiche auf.

Jugendstil Möbel der Wiener Werkstätte

Die Linienführung zu beherrschen, die gebrechliche, die zielbewusste, vereinigende wie die fließend zum Ausgangspunkt zurückkehrende, war Voraussetzung für den guten Jugendstil Möbel-Designer. Stilisierte Formen von Pflanzen und Tieren aber auch geometrische Ornamente waren das zweite wichtige Stilmittel. Zu Weltruhm führte den Wiener Sezession (Möbel) Stil die „WIENER WERKSTÄTTE“, mit Filialen in New York, Zürich und Berlin. Deren Alltagsgegenstände, Schmuck, Mode, Buchillustrationen, Inneneinrichtungen und Möbel galten als Glanzstücke des Wiener Sezessionsstils. Bei ihren Jugendstil Möbel Arbeiten dominierte das geometrisch-abstrakte Element. 1904 entstand eine integrierte, nur auf Möbel spezialisierte, Tischlerwerkstatt.

Möbel im Wiener Sezessionsstil zu besitzen war einer reicheren Minderheit vorbehalten. Diese Klientel verarmte (Weltwirtschaftskrise), so dass der Jugendstil den ersten Weltkrieg nicht überlebte. Die industrielle Möbelfertigung setzte wieder auf breiter Front ein.

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