Möbel

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Jugendstil Möbel

Neues Selbstverständnis der Künste

Mit dem Jugendstil am Ende des 19. Jahrhundert entwickelte sich nicht nur eine neue Kunstepoche, sondern auch ein neues Selbstverständnis der bildenden Künste. Jugendstil Möbel unterschieden sich grundsätzlich von den Möbeln des vorangegangenen Historismus. Statt Neuinterpretationen vergangener Designs entstanden nun gänzlich neue, innovative Möbel, Kunstwerke und eine Architektur, welche bis heute moderne Wohnvorstellungen entscheidend prägt.

Weiche Formen –filigrane Verzierungen

Jugendstil Möbel zeichnen sich durch ihre weicheren, filigraneren Formen aus. Im Jugendstil waren nämlich die massiven, kantigen Gestaltungsformen der Gründerzeit verpönt und wurden im großen Umfang durch eine geschwungene, wellenförmige Linienführung ersetzt. Die Verzierungen der Jugendstil Möbel stehen hinter der Formgestaltung zurück und fallen daher etwas dezenter aus. Dennoch führen gerade diese zurückhaltend angebrachten meist floral gemalten oder geschnitzten Ornamente dazu, dass die künstlerisch gestalteten Formen noch besser zur Geltung kommen können. Durch diese Neugestaltung alltäglicher Gebrauchsgegenstände erfüllt der Jugendstil seine eigenen Ideale, indem er die Kunst in den Alltag integriert.

Jugendstil Design – zeitloses Design

Durch ihr zeitloses Design sind Jugendstil Möbel bis heute beliebte Antiquitäten. Dabei lassen sich Antiquitäten aus dieser Zeit problemlos mit modernen Möbelstücken kombinieren, ohne dass Jugendstil Möbel dabei deplatziert wirken. Egal ob es sich um Schränke, Stühle oder Tische handelt: originale Antiquitäten aus der Zeit des Jugendstils sorgen aufgrund ihrer hochwertigen Verarbeitung und den sorgsam ausgewählten Materialien für lange Freude an den kostbaren Stücken. Denn auch wer nicht das Glück hat alte Jugendstil Möbel als Erbstücke zu erhalten, wird in einem der vielen Geschäfte für Antiquitäten mit Sicherheit fündig werden.

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Schmuckstücke aus vergangenen Zeiten

Viele Liebhaber von alten Möbeln bekommen weiche Knie, wenn sie Ausdrücke wie Kapellenschrank oder Gründerzeit nur hören. Wer kann es ihnen verübeln – sind es doch wahre Schmuckstücke. Die Gründerzeit (1871-1895) erstreckte sich über zwei Jahrzehnte und ist bis heute für viele das Zeitalter des guten Geschmacks. Bedauerlicherweise wissen gerade Jüngere solche Raritäten heute nicht mehr zu schätzen und werten solche edlen Stücke einfach als einen alten Schrank ab, wobei die Bezeichnung „Alter Schrank“ selbst keine Abwertung darstellt, die zugrundeliegende Sichtweise aber schon. Wenn man dann allerdings hinter die Fassade von so einem alten Schrank schaut und die alten Anstriche entfernt (dieser Vorgang nennt sich Abbeizen) so kommen nicht selten wahre Schätze zum Vorschein.

Mit wenig Aufwand alte Möbel neu dekorieren

Auch wenn der Kapellenschrank aus der Gründerzeit nicht besonders viel Stauraum bietet, kann man die offenen Fächer doch umso schöner dekorieren. Von einem alten Schrank kann hier wirklich keine Rede sein. Allein der Anblick eines Kapellenschranks ist schon eine Augenweide. Dekoriert man diesen “alten” Schrank dann noch mit Stil und Geschmack wird er garantiert zum Blickfang eines jeden Raumes.

Kapellenschrank sehr beliebt

Natürlich hat die Gründerzeit noch einiges mehr an stilvollen Möbeln hervorgebracht. Doch der Kapellenschrank ist wohl den meisten Liebhabern enorm ans Herz gewachsen besticht er doch durch filigrane Details und aufwendigen Verzierungen.

Alles in allem lässt sich sagen, dass derjenige der auf den Geschmack gekommen ist, bereit ist einiges für den Erwerb eines solch stilvollen Möbelstücks zu bezahlen – und diesen Wert dann auch zu schätzen weiß.

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Gründerzeit Möbel



Die sogenannte Gründerzeit fällt in die blühende Periode nach der deutschen Reichsgründung im Jahre 1871, die mit einem starken Aufschwung von Wirtschaft, Industrie und Städtebau und einem erstarkenden Selbstbewusstsein des Bürgertums verbunden ist. Der Sog in die Städte schuf einen hohen Wohnraumbedarf. Im Bauboom der Gründerzeit entstanden ganze Stadtviertel mit neuartiger Blockrandbebauung und eigener Infrastruktur sowie großzügige Villenviertel mit beeindruckenden, reich verzierten Fassaden. Stilformen aus der Geschichte fanden neuen Ausdruck in Neoklassizismus, Neogotik, Neobarock und Neorenaissance.

Üppige Dekoration – stilisierte Gestaltung

Innen und außen wurden die Villen der Gründerzeit opulent und repräsentativ ausgestattet. In hohen und großflächigen Räumen fanden Ehrgeiz, Lebensgefühl und Selbstbewusstsein der Besitzer ihren Ausdruck in ebenso reich gestaltetem Mobiliar. Möbel der Gründerzeit sind leicht zu erkennen an massiven, kantigen Formen, üppigem Dekors und stilisierter Gestaltung, die auf Außenwirkung mehr Wert legte als auf Funktionalität. Deutsche Möbel der Gründerzeit zeichnen sich durch die Wahl edler Hölzer wie Eiche, Mahagoni und Nussbaum aus, die massiv verarbeitet wurden.

Gründerzeitmöbel heute sehr gefragt

Schwere, hohe Büffetschränke mit geschnitzten Oberteilen und Glasaufsätzen, ausladende Tische aus Massivholz mit gedrechselten Beinen und Armstühle mit geschnitzten Löwenköpfen, Voluten und Blätterwerk sind typische Beispiele der Möbel aus der Gründerzeit. Gediegene Schreibtische mit Atlanten und Tierköpfen, Vertikos mit floralem Schnitzwerk, Postamente mit gewundenen Säulen und prunkvolle Neorenaissance-Aufsatzschränke mit kunstvollen Einlegearbeiten sind heute wieder sehr gefragt. Möbel des Historismus entfalten in einem großzügigen Rahmen ihre volle Wirkung.

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Der Sekretär des Jugendstils ist unverkennbar durch seine schlanke und hohe Form. Dadurch unterscheidet er sich deutlich von den gedrungenen Vorläufermodellen der Gründerzeit und des Biedermeier. Er ist stets eher hoch denn breit. Die schlanke Form wird vor allem durch den hohen, rechteckigen Aufsatzschrank und die vier hohen Füßen erzeugt. Hinter zwei bleiverglasten Türen des Aufsatzschrankes befinden sich Einlegeböden. Der Unterschrank verfügt in der Regel über zwei bis drei Schubladen, welche sich über die gesamte Breite erstrecken. Darüber ist die nach unten zu öffnende, waagerecht feststellbare Klapptür, welche als Schreibunterlage genutzt wurde. Im zugehörigen Fach befinden sich Boxen und manchmal auch kleine Schublädchen für Schreibutensilien.

Geschwungene Linie und florale Schnitzereien kennzeichnen Jugendstilsekretär

Wie bei jedem Möbel unterliegt die Detailausführung regionalen Einflüssen. Der Liebhaber findet auch am schlichten Jugendstilsekretär ein leicht überstehendes Dach und mindestens balusterförmig gearbeitete Vorderfüße. Die geschwungenen Linien des Jugendstils und sparsame florale Schnitzereien kommen an aufwendigen Stücken zum Einsatz. Auch das Glas der Schranktüren ist bei diesen Sekretären facettenreicher gearbeitet. Das verwendete Holz ist meist Eiche, Mahagoni oder Nussbaum. Wie jedes Möbel unterliegt auch der Jugendstilsekretär regionalen Einflüssen, doch die Grundform ist stets gleich und ergänzt durch die typischen Merkmale des Jugendstils.

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Die typischen floralen Verzierungen des Jugendstils fehlen meist auch nicht bei einem Schreibtisch dieser Stilepoche. Sie unterscheiden den Jugendstilschreibtisch deutlich von formähnlichen Modellen der nachfolgenden Stile. Seine Form ist niemals zu streng und wird stets durch Rahmenhölzer gelockert.

Jugendstil Schreibtisch – häufig mit Aufsatz versehen

Der Jugendstilschreibtisch besteht aus einer zweckmäßigen rechteckigen Kastenform. Die Seitenteile des Tisches setzen sich meist aus zwei großen Seitenfächern oder Schubladensäulen zusammen. Kugelfüße wurden gerne bei luxuriösen Exemplaren verwendet. Der Unterbau der oft mehrfach angephasten Arbeitsplatte beinhaltet fast immer zwei bis drei Schubladen. Das Möbel verfügt immer über eine Rückwand. Ganz besonders typisch für einen hochwertigen Jugendstilschreibtisch ist der Aufsatz. Daran finden sich fast immer Schnecken und Türen mit Glasfenstern. Die verwendeten Beschläge sind aus Messing, Zink oder Eisen, die Hölzer sind vormals lackiertes oder gebeiztes Weichholz, Eiche und wurden für die etwas wohlhabenderen Käufer eines solchen Schreibmöbels aus Nussbaum und Mahagoni-Holz gefertigt.

So lässt sich im Wesentlichen die Physiognomie eines Jugendstil Schreibtisches beschreiben. Eine ausgeprägte Beobachtungsgabe ist jedoch unerlässlich, um die feinen Unterschiede zu ähnlichen Vorläufer- und Nachfolgemodellen zu entdecken. Hilfreich ist es vor allem möglichst viele Möbel zu begutachten, um Bauchgefühl und Beobachtungsgabe zu stärken.

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Die kunstgeschichtliche Epoche des Jugendstils kam um etwa 1900 auf. Noch geprägt vom Historismus war es Ziel des Jugendstils neuzeitliche Strömungen dominieren zu lassen, anstatt weiterhin alte Möbel Stile zu kopieren. Das Verlangen eines aufstrebenden Bürgertums nach Extravaganz und die kostengünstigen Möglichkeiten von maschinellen Fertigungsweisen förderten reiche Verzierungen an Möbeln.

Jugendstil ist immer (wieder) modern

Vor allem die Möbel des Jugendstils sind in den neunziger Jahren wieder in Mode gekommen. Ganz typische Verzierungen an Jugendstilmöbeln sind die so genannten Schnecken und die verdrehte Acht, florale Ornamente und Schnitzereien. Die Formen sind eher verspielt anstatt streng, jedoch immer zweckmäßig. Glastüren in Schränken und eingesetzte Spiegel in Anrichten und Schränken waren nicht nur beliebt, sondern oft auch kunstvoll geschliffen. Das für diesen Möbel Stil häufig verwendete Weichholz wurde zur Zeit des Jugendstils dunkel gebeizt oder lackiert, heute mag man es gern natur belassen mit einer Schutzschicht aus Wachs. Wer es sich damals leisten konnte, wählte Möbel aus Mahagoniholz, Eiche, Birne und Nussbaum. Farben und Stoffe wurden bunt und üppig eingesetzt.

Tiffany’s Lampe gilt als das Jugendstil Möbel

Einer der berühmtesten Einrichtungsgegenstände des Jugendstils war die Tiffanylampe hergestellt aus vielen hundert Stücken bunten Glases auf kunstvoll verzierten Bleifüßen.

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Die Epoche des Jugendstils, die in Europa von großer Bedeutung war, versuchte Gesamtkunstwerke zu schaffen, die alle alltäglichen Bereiche mit einbezogen. Obwohl sie nur von kurzer Dauer war, hatte sie Einfluss bis weit in das 20. Jahrhundert hinein.

Aus der Unzufriedenheit über industriell gefertigte Möbel erwuchs der Gedanke nach einer Vereinigung vieler Künstler und Handwerker, die Qualität und den Standard erhalten und eventuell auch erhöhen zu wollen. Wie zuvor in anderen europäischen Ländern, gründete man 1903 in Österreich die „Wiener Werkstätte“. Diese arbeiteten eng zusammen mit der Kunstgewerbeschule und dem österreichischen Museum für Kunst und Industrie sowie mit der Wiener Sezession, der Vereinigung von verschiedenen Malern, Bildhauern und Architekten, die ähnliche Ziele in anderen Bereichen verfolgten.

Wiener Werkstätte – einflussreiche Jugendstil Gestaltung

Gründer dieser Künstler Gemeinschaft Wiener Werkstätte war der Architekt Josef Hoffmann, der Maler, Grafiker und Kunsthandwerker Koloman Moser und der Unternehmer und Kunstmäzen Fritz Wärndorfer. Ihrer Vorstellung nach müssten sich Kunst und Kunsthandwerk in Augenhöhe begegnen und die Mitarbeiter unter sozialeren, fortschrittlicheren Bedingungen arbeiten können.

Elegant, gradlinig, schlicht – zeitlos schöne Inneneinrichtung

Bei der Gestaltung der Möbel waren kubische Formen in ihrer Gradlinigkeit und schlichten Eleganz wegweisend. Einzig durch ein paar Ornamente oder Intarsien lockerte sich der strenge und zurückhaltende Stil etwas auf. Zum Einsatz kam meist nur edles und teures Massivholz von unterschiedlicher Art. Die so entstandenen unterschiedlichen Strukturen wurden gern in die Konstruktion einbezogen.

Favorisiert wurden dabei alle dunklen Holzarten wie zum Beispiel Eiche oder Mahagoni. Grundgedanke war, eine umfassende Wohneinheit zu erschaffen, in deren Raum jedes einzelne Möbelstück seinen vorgesehen Platz hatte und sein einzigartiges Design erhielt.

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Unverkennbar für eine Jugendstillampe ist eine Montierung aus Metall wie Messing oder Bronze in Kombination mit Lampenschirmen aus Glas. Bei Jugendstil Stehlampen laufen die Ständer aus dekoriertem Metall meist in kunstvoll geschwungenen Füßchen aus.

Tiffany Lampe gilt als die Jugendstil Lampe schlechthin

Vor allem die Tiffany Lampen erfreuen sich hoher Beliebtheit und sind begehrte Sammlerobjekte. Der Lampenschirm der Tiffanyleuchte ist in einer speziellen Technik nach Louis Comfort Tiffany gearbeitet. Der amerikanische Glashandwerker entwickelte ein Verfahren bei dem einzelne Glasteile durch eine Ummantelung von Lötzinn und Kupferfolie miteinander verbunden werden. Somit war die Gestaltung dreidimensionaler Objekte aus Glas, vor allem aus unterschiedlichem Glas möglich und ist Grundlage des Schirms einer Tiffanylampe. Die unverkennbare Färbung der Lötnähte wird durch künstliche Korrosion erreicht. Wie im Jugendstil üblich wurden die mehrschichtigen Glasarbeiten mit Farbmalereien oder Applikationen verziert, als auch durch die Verwendung von farbigem Glas optisch aufgewertet.

Wie bei anderen Möbel, Leuchten oder Accessoires dieser Stilepoche wurde auch bei Lampen die hohe Nachfrage durch eine immer weiter verbesserte Serienfertigung befriedigt, bei denen eine ansprechende Optik eher durch maschinelle Fertigungstechniken als hochwertige künstlerische Verarbeitung erzielt wurde. Bis heute sind Jugendstillampen gefragte Wohnaccessoires und werden repliziert.

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Emile Gallé, einer der großen Namen des Jugendstils, hatte zunächst eine ganz andere berufliche Richtung eingeschlagen, bevor er durch seine Entwürfe für Möbel und vor allem Glas- und Keramikkunst bekannt wurde. Obwohl er bereits in eine Familie hinein geboren wurde, die sich dem Handel mit kunsthandwerklicher Glas- und Keramikware verschrieben hatte, widmete er sich als junger Mann zunächst den Geistes- und Naturwissenschaften. Später erlernte er jedoch selbst das handwerkliche Arbeiten mit den Materialien, die auch später seine Werkstücke bilden sollten.

Émile Gallé lässt Erfahrungen aus Reisen in seine Entwürfe einfließen

Während seiner Reisen in Deutschland und Großbritannien sammelte der experimentierfreudige Künstler umfangreiche Erfahrungen und begann anschließend selbst, neue Techniken in der Glasbläserkunst zu erproben. Nach der Übernahme des elterlichen Betriebs baute er diesen im späten 19. Jahrhundert aus und vergrößerte ihn zu einem eigenen Kunstatelier für Keramik-, Glas- und Holzarbeiten. Schnell gelang es ihm, sich erfolgreich in der Szene zu etablieren und internationale Anerkennung zu erlangen. Auch der wirtschaftliche Erfolg blieb nicht aus. So wurde er Arbeitgeber für mehrere hundert Mitarbeiter in weiteren Vertriebsstätten seiner Werke in London, Paris und Frankfurt.

Gallé Lampen und Möbel sind Kunstwerken

Inspiration erlangte der Künstler nicht zuletzt aus seinen Studienjahren. Die Pflanzenwelt und die Natur allgemein waren es, die Émile Gallés Fantasie vor allem bei der Gestaltung seiner zum Teil mit ehrenhaften Preisen ausgezeichneten Vasen und Lampenschirme bereicherten.  Seine Möbelarbeiten spiegelten die Motive aus Natur und Pflanzenwelt in ihren klassischen Jugendstilformen ab. Organische Formen in der Grundstruktur und verspielte Detailarbeiten machten seine Möbel zu Kunstwerken, deren Originalität und Schönheit bis heute geschätzt werden.

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Jugendstil ist eine Kunst- und Einrichtungs-Stilrichtung, die sich im Europa der vorvergangenen Jahrhundertwende entwickelt hat. Sie besticht durch ausgewogene Proportionen und eine hohe Ästhetik. Typisch für den Jugendstil, und dabei vor allem für Jugendstil-Möbel wie z.B. den Jugendstil Kleiderschrank, sind ausgewogene Proportionen und die typischen, elegant geschwungenen Linien, die an Pflanzen (ganz beliebt: Seerosen) erinnern. Der Jugendstil – in Europa währte er etwa 20 Jahre -, ist als Gegenbewegung zum Historismus entstanden, der protzige, an historischen Vorbildern angelehnte Häuser oder Gebrauchsgegenstände hervorbrachte. Der Jugendstil hingegen ist wesentlich moderner, schlichter. Seine Vorlage ist die – ästhetisch überhöhte – Natur. Aus diesem Grund sind die Möbel, das gilt auch für Jugendstil Kleiderschränke, selten symmetrisch. Auch dies ist ein typisches Zeichen des Jugendstils und unterscheidet die Kleiderschränke deutlich von den (ebenfalls geschwungenen, aber streng symmetrischen) Schränken der Barockzeit.

Jugendstil Kleiderschrank – elegant und nicht protzig

Elegante Proportionen zeichnen den Jugendstil Kleiderschrank aus. Der typischerweise praktisch und geräumig ist. Es gibt zwei- und dreitürige Modell, bei manchen ist ein Spiegel integriert. Die Türblätter sind meist unterteilt oder durch Leisten gegliedert, die meist auffällig geschwungen sind. Oftmals sind rankende Pflanzen als Dekorationselement integriert. Das Holz ist meist dunkel, Eiche oder gebeizter Nussbaum. Die Griffe bestehen oft aus Messing, der ebenfalls die auffällige, typisch geschwungene Jugendstil-Linienführung zeigt. Ein Jugendstil Kleiderschrank zeigt oft auffällige, kurvige Biegungen und Leisten, oft abgerundete Ecken oder Kanten. Alles ist – dem Vorbild der Natur nachempfunden – abgerundet und sanft geschwungen.

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