Malerei

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Jugendstil Malerei



Zwischen Historismus und Moderne

Der Jugendstil ist eine Kunstepoche, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstand. Sie steht damit zwischen dem Historismus und der Moderne. Vielfach wird sie mit den Historismus gleichgesetzt, was nicht ganz richtig ist, obwohl sie mit ihm den Gedanken des Gesamtkunstwerks teilt. Die bevorzugte Ausdruckform dieser Kunst sind florale, dekorative und stilisierte Elemente, ihre Zielrichtung ist avantgardistisch und funktional. Der Jugendstil ist eine internationale Bewegung, die als Folge der Industrialisierung und der Überschwemmung der Märkte mit normierter Massenware entstand. In den verschiedenen Ländern Europas wird sie unterschiedlich benannt, in Frankreich etwa “Art Nouveau” oder “Fin de siècle”.

Gesamtkunstwerk Jugendstil

In Deutschland wurde die Zeitschrift “Jugend” namensprägend. Der Jugendstil fand in der gesamten gestalterischen Kunst Eingang, wobei die Zielsetzung war, hochwertiges Kunsthandwerk zu erhalten und zu fördern. In der Malerei bildete sich im Jugendstil neben einer floral-stilisierend und symbolisierenden Richtung eine geometrisch-abstrakte Stilrichtung. Wichtige Ausdrucksmittel dieser Kunst sind Elemente, die sich aus der Natur ableiten, so z.B. Blumen, Pflanzen, Gräser, Mond, Sterne, filigrane, flächige Motive, die keine räumliche Tiefe besitzen.

Bedeutende Künstler

Bedeutende Maler im Jugendstil waren der Österreicher Gustav Klimt, der Frauenporträts vergoldete, die Münchener Franz von Stuck, Otto Eckmann und Adolf Endell, der Engländer Aubrey Beardsley, sowie Toulouse Lautrec, Edward Munch und die Maler des Blauen Reiter. Franz Marc, Paul Klee und Kandindsky, die später zu Expressionisten wurden, werden ebenfalls dazu gezählt. Der Erste Weltkrieg setzte dieser Kunstrichtung ein Ende.

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Die Epoche des Jugendstils ist nach der Münchener Kulturzeitschrift “Die Jugend” von 1896 benannt, wobei die Bezeichnung nur im deutschsprachigen Raum (Niederlande, Nordische Länder und Lettland)verwendet wurde. Die Epoche des Jugendstils reichte ungefähr von 1890 bis 1914, dem Beginn des 1. Weltkriegs und entwickelte sich als eine Art von Gegenbewegung zur Industrialisierung, in der versucht wurde Kunst, Kunsthandwerk und Architektur zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden.

Rückbesinnung auf die Schönheit der Natur

Die Natur geriet zu dieser Zeit immer mehr in den Hintergrund, daher wollten die Künstler der Jugendstil Epoche eine Rückbesinnung schaffen. In der Malerei wird im Jugendstil zwischen einer floralen sowie einer geometrischen bzw. abstrakten Richtung unterschieden. Insbesondere bei der Malerei sieht man in der Jugendstil-Epoche die Verbindung zur Natur. Eulen, Löwen, Adler oder Schwäne wurden von den Künstlern sehr gern verwendet, um die Einzigartigkeit und Schönheit der Natur zum Ausdruck zu bringen. In den Bildern des Jugendstils findet man viele Ornamente, dekorierte Flächen sowie kostbare Materialien.

Natürliche Formen als Inspiration

Ein wichtiges Mittel im Jugendstil sind von der Natur abgeleitete Formen wie Ranken, Zweige oder Gräser. Die Randlinien der Jugendstil-Figuren werden betont, auf Schatten oder räumliche Tiefe wird im Gegenzug verzichtet. Als bedeutendster Vertreter der Jugendstil-Malerei wird Gustav Klimt aus Österreich angesehen, dessen Bilder heute Höchstpreise erzielen. Seine Frauenportraits mit zum Teil echt vergoldeten Bildpartien sind sehr bekannt.

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Ende des 19. Jahrhunderts bestimmte der Jugendstil die Architektur sowie Malerei Europas wesentlich. Das Ziel der Jugendstil-Bewegung war die Reformierung fast aller Lebensbereiche.

 Typische Merkmale des Jugendstil sind:
* Lange und geschwungene Linien, die sich an pflanzlichen Motiven orientieren.
* Flächig-lineare geometrische Ornamente, bei Bevorzugung von asymmetrischen Formen
Die Künstler pflegten in der Epoche des Jugendstil zeitweise sogar eine spezielle Signatur-wie z.B. ein Quadrat oder Rechteck in ihre Werke hinein zu arbeiten. Die Jugendstil Merkmale wurde darüber hinaus vom französischen Spätimpressionismus sowie der künstlerischen Formgebung von William Morris mit seinem “Arts and Crafts-Movement” beeinflusst.

Jugendstil Merkmale in der Malerei

 Kennzeichnend Merkmale des Jugendstil in der Malerei sind geschwungene Linien und Ornamente, die natürliche Formen nachahmen und sich vom strengen, geradlinigen Historismus-Stil abgrenzen. Der Jugendstil sollte dynamisch, unkonventionell und frisch wirken. Pflanzen und Tiere stellten als Motive die Sehnsucht nach der Natur dar und waren bedeutende Merkmale des Jugendstil. Berühmt ist der Schwan von O. Eckmann als leitendes Motiv dieser Epoche.

 Jugendstil Merkmale in der Architektur

 Merkmale des Jugendstil in der Architektur liegen insbesondere in den Formen sowie den verwendeten Materialien. Eisen, Stahl und Glas boten dem Jugendstil aufgrund ihrer Formbarkeit eine neue Gestaltungsfreiheit. In der Jugendstil Architektur herrschten ebenso Ornamente und geschwungene Formen vor. Die Entwürfe wurden bis ins Detail geplant. Jugendstil-Fassaden lassen sich in einigen Städten Europas wiederentdecken, beispielsweise in München oder Paris.

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Der österreichische Künstler Koloman Moser wurde 1869 in Wien geboren. Das Studium an der Wiener Akademie der Bildenden Künste finanzierte er durch zahlreiche Illustrationsaufträge, welche ihm zusätzlich zur künstlerischen Ausbildung eine hervorragende Praxis vermittelten. Weitere Lehrjahre an der Kunstgewerbeschule vollendeten seine Ausbildung. Die Mitgliedschaft im Wiener Künstlerhaus stellte Moser, welcher auch Kolo Moser gerufen wurde, offenbar nicht zufrieden. Er wurde 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, einer Künstlergruppe die sich bewusst vom Historismus ab- und neuen Strömungen zuwandte.

Koloman Moser, Mitbegründer der Wiener Werkstätte

Zusammen mit Josef Hoffmann und Fritz Wärndorfer gründete Koloman Moser zwei Jahre später die Wiener Werkstätte, welche eine Produktionsstätte für alltägliche Gegenstände aber auch Schmuck und vor allem Möbel wurde. Die Zielsetzung des Unternehmens war es das Kunstwerk in die Gestaltung der Produkte einzubringen, und somit hochwertige Arbeiten den maschinellen Serienfertigungen entgegenzusetzen.

Im Jahr 1905 trat Moser mit der so genannten Klimt-Gruppe wieder aus der Wiener Secession aus. Die Heirat mit Ditha Mautner Markhof, Tochter eines vermögenden Industriellen, im Sommer des gleichen Jahres ermöglichte ihm den vollen Einstieg in das gewerbliche Kunsthandwerk. Zwei Jahre später überwarf er sich mit Wärndorfer und gab die Wiener Werkstätte auf. Fortan widmete er sich verstärkt der Malerei und schuf Werke wie „Venus in der Grotte“, einem Gemälde das unverkennbar die Seele des Jugendstils innehat.
Moser stirbt 1918 an den Folgen von Kehlkopfkrebs. Zu Lebzeiten war er unermüdlich auf der Suche nach neuen Innovationen und zählt aufgrund seiner Einflüsse zu den wichtigsten Künstlern und Begründern des Jugendstils.

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