Kunsthandwerk

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Bilderrahmen waren von jeher nicht nur die passende Fassung für ein Bild, sondern dienten aufgrund der verwendeten Materialien als Prestigeobjekt oder Wertschätzung für das jeweilige Bild. Natürlich floss der aktuelle Stil einer Epoche in die Gestaltung des Bilderrahmens ein.

Vorwiegend wurden Eiche. und Nussbaumholz für Jugendstilbilderrahmen verarbeitet

So finden sich beim Bilderrahmen des Jugendstils die florale Ornamentik und die für den Jugendstil so typische geschwungene Linie. Doch die Mehrheit der Jugendstilbilderrahmen folgt der klassischen Variante: Ein eckiger Holzrahmen, bevorzugt hergestellt aus den polierten Edelhölzern Eiche und Nussbaum. Vergoldete oder versilberte Innenleisten im Wellen- oder Eierstabdekor wurden als Zierwerk verwendet. Beliebt und zahlreich erhalten sind dekorierte Holzrahmen, welche mit Goldbronze oder ähnlichem überzogen wurden. Von den Vorläufermodellen des Historismus und des Spätbiedermeiers unterscheiden sich die Bilderrahmen des Jugendstils durch weniger Kehlungen und nahezu fehlendes Stuckwerk.

Jugendstil Bilderrahmen – die Handarbeit des Rahmenbauers

Zur Zeit des Jugendstils war der Bilderrahmen noch kein Massenprodukt, sondern künstlerische Handarbeit. So finden sich neben den zwar schönen, aber durchaus üblichen Rahmen aus Holz mit Zierleiste herrliche individuelle Stücke. Signiert vom Rahmenbauer weisen sie Merkmale des Jugendstil Kunsthandwerks auf. Prächtige Schnitzereien, sorgsame Farbgebung und künstlerische Verarbeitung von Edelmetall überliefern ein schmuckvolles Zeitzeugnis. Gewölbte Glasscheiben entstammen der im Jugendstil zahlreichen Innovationen unterworfenen Glasverarbeitung, und verleihen dem Bilderrahmen einen zusätzlichen Anreiz.

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Der österreichische Künstler Koloman Moser wurde 1869 in Wien geboren. Das Studium an der Wiener Akademie der Bildenden Künste finanzierte er durch zahlreiche Illustrationsaufträge, welche ihm zusätzlich zur künstlerischen Ausbildung eine hervorragende Praxis vermittelten. Weitere Lehrjahre an der Kunstgewerbeschule vollendeten seine Ausbildung. Die Mitgliedschaft im Wiener Künstlerhaus stellte Moser, welcher auch Kolo Moser gerufen wurde, offenbar nicht zufrieden. Er wurde 1897 Mitbegründer der Wiener Secession, einer Künstlergruppe die sich bewusst vom Historismus ab- und neuen Strömungen zuwandte.

Koloman Moser, Mitbegründer der Wiener Werkstätte

Zusammen mit Josef Hoffmann und Fritz Wärndorfer gründete Koloman Moser zwei Jahre später die Wiener Werkstätte, welche eine Produktionsstätte für alltägliche Gegenstände aber auch Schmuck und vor allem Möbel wurde. Die Zielsetzung des Unternehmens war es das Kunstwerk in die Gestaltung der Produkte einzubringen, und somit hochwertige Arbeiten den maschinellen Serienfertigungen entgegenzusetzen.

Im Jahr 1905 trat Moser mit der so genannten Klimt-Gruppe wieder aus der Wiener Secession aus. Die Heirat mit Ditha Mautner Markhof, Tochter eines vermögenden Industriellen, im Sommer des gleichen Jahres ermöglichte ihm den vollen Einstieg in das gewerbliche Kunsthandwerk. Zwei Jahre später überwarf er sich mit Wärndorfer und gab die Wiener Werkstätte auf. Fortan widmete er sich verstärkt der Malerei und schuf Werke wie „Venus in der Grotte“, einem Gemälde das unverkennbar die Seele des Jugendstils innehat.
Moser stirbt 1918 an den Folgen von Kehlkopfkrebs. Zu Lebzeiten war er unermüdlich auf der Suche nach neuen Innovationen und zählt aufgrund seiner Einflüsse zu den wichtigsten Künstlern und Begründern des Jugendstils.

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