Gründerzeit Baustil

12-09-12 © Ralf Gosch

 

Als Gründerzeit wird die Zeit zwischen 1840 und 1873 bezeichnet. Diese 33 Jahre waren gekennzeichnet von einer hohen Freisetzung an gesamtgesellschaftlicher Energie und Entwicklung.

Gründerzeit – Zeit des Aufbruchs und der Entwicklung

In jenen Jahren wurde die Eisenbahn erfunden und befreite die Menschen vom Zwang der Langsamkeit. Daraus resultierte ein sehr fortschrittliches Denken, dass sich auch auf den Baustil der Gründerzeit ausbreitete.

Blockbehausungen auf der grünen Wiese

Der Gründerzeit Baustil war geprägt von Blockbebauungen, die über ganze Straßenzüge auf der sogenannten „grünen Wiese“ erschaffen wurden. Um dem rasanten wirtschaftlichen Wachstum gerecht zu werden, mussten die Bauten schnell und effizient hoch gezogen werden. So prägten Mietkasernen von vier bis sechs Stockwerken bald die Stadtlandschaften neu entstandener Wohnviertel. Die Blockbebauung sah eine ausgeprägte Hofbebauung vor, das heißt, die Wohnbauten hatten einen repräsentativen Blockaußenbau, der sich in den Hinterhöfen ausbreitete. Hier waren die Fassaden weniger schön und die Wohnungen weniger lichtdurchflutet.

Repräsentativer Gründerzeit Baustil

Die Außenbauten der Blockbauten zeugen allerdings Zeugnis von einem großen Reichtum. Der Baustil jener Zeit war repräsentativ und voller Neuerungen. Die Gründerzeit sorgte mit leichter Architektur für neue Wege im Hausbau. Der Einsatz von Stahlkonstruktionen ermöglichte große Fensterfronten, die von leichten Stahlträgern durchbrochen wurden. Ornamentik und Zierde wurden auf diese Weise zu einfachen und wirkungsvollen Effekten an den Häusern verarbeitet.

Die Gründerzeit und ihr Baustil waren geprägt von verschiedenen Stilbrüchen, die den gesellschaftlichen Umbruch in jeder Variante widerspiegelte. Mit dem Wechsel von Historismus zum Jugendstil änderte sich auch das ästhetische Empfinden: Klarheit wurde von verspielten Formen abgelöst.

 

Gründerzeit Sofa

Die Gründerzeit des 19.Jahrhunderts wurde besonders infolge von zwei wirtschaftlichen Entwicklungen geprägt, durch die voranschreitende Industrialisierung und dem damit verbundenen Aufschwung. Vom Aufschwung profitierte insbesondere das Bürgertum finanziell, was dazu führte dass die Kultur, die Mode und die Kunst dieser Zeit maßgeblich von ihm geprägt wurden. Zu einer Modeerscheinung dieser historischen Epoche zählen zweifellos die kunstvoll gestalteten Möbel.

Entwicklung der Wohnkultur

Während der Gründerzeit entstand, im Zuge von gesellschaftlichen Veränderungen, eine neue Form von Ästhetik, wie man sie auch anhand der Möbel dieser Zeit beobachten kann. Anstatt den Wohnraum und das Mobiliar als pure Notwendigkeit zu betrachten entwickelte sich nun eine nie dagewesene Wohnkultur. Möbelstücke wie z.B. ein Gründerzeit Sofa sollten deshalb nicht mehr nur als Sitzgelegenheit fungieren, sondern auch als Symbol für den neuerworbenen Wohlstand dienen. Ein Gründerzeit Sofa passte durch seine kunstvolle Gestaltung perfekt in die sich entwickelnde neobarocke Architektur. Geradlinige, kantige Formen und massives Holz zeichnen das Gründerzeit Sofa dabei genauso aus, wie bis ins Detail vollendete Verzierungen. Filigrane Schnitzereien und Stoffe mit edlen Mustern und leuchtenden Farben waren ein Ausdruck dieses neuen Lebensgefühls des Bürgertums.

Gründerzeit Möbel bis heute begehrt

Die exzellente Verarbeitung und erlesenen Materialien machen Möbel aus der Gründerzeit bis heute zu begehrten Antiquitäten. Denn der wahre Liebhaber dieser Stücke wird sich stets nur mit Originalen umgeben wollen. Egal ob Gründerzeit Sofa, Tische oder Schränke – diese individuell entworfenen und gefertigten Kostbarkeiten lassen auch gegenwärtige Generationen an der Geschichte und dem Zeitgeist der Gründerzeit teilhaben.

Gründerzeitbuffet – mehr als nur ein Möbelstück

Die Gründerzeit steht für einen Aufbruch hin zu Eigenverantwortung des Einzelnen und versinnbildlicht die Führerschaft des selbstbewussten Bürgertums in der sich neu organisierenden Gesellschaft. So gesehen steht die Gründerzeit für eine urdeutsche Befindlichkeit und wird in der Möbelherstellung durch nichts besser versinnbildlicht als durch das Gründerzeitbuffet. Es entwickelte sich wahrscheinlich aus den im Mittelalter und der Renaissance hinter dicken Holzverkleidungen versteckten Türen und Läden bis es in der Gründerzeit zu einer eigenen Form wurde.

Perfekte Harmonie in der Gestaltung

Meist durch zwei Bausätze gegliedert – Anrichte und Aufsatz – ist das Gründerzeitbuffet in seiner Praktikabilität und Funktionalität, bei gleichzeitiger repräsentativer Wirkung durch edle und handwerklich hochwertige Holzbearbeitung, als Produkt ein perfektes Beispiel für das Stilempfinden der Gründerzeit. Oft aus Nussbaum gefertigt, thront das Gründerzeitbuffet geradezu im Raum und lässt durch seine ausgewogene Harmonie zwischen Verschlossenheit und Offenheit das Herz jeden Betrachters höher schlagen. Die zwischen gedrechselten Säulen und Balkonen, Dachvorsprüngen und Schnitzereien frei werdenden Flächen rufen geradezu dazu auf mit Kleinigkeiten aller Art besetzt zu werden.

Große Auswahl im Internet

Zwar ist der Schaden durch den 2. Weltkrieg unwiderruflich und auch der Sturm der Moderne ist an den Objekten der Gründerzeit nicht spurlos vorübergegangen, aber glücklicherweise finden sich immer wieder frisch renovierte oder auch in Ehren gealterte Gründerzeitbuffets. Besonders durch das Internet mit seinen vielen Plattformen, ist es heute möglich sich einem Stück in Ruhe und Sorgfalt zu nähern und es in Augenschein zu nehmen. Die Vielfalt und den Stilreichtum bei Gründerzeitbuffets sollte man nicht unterschätzen – entsprechend groß ist also immer noch die Auswahl.

Kapellenschrank Gründerzeit

Viele Liebhaber von alten Möbeln bekommen weiche Knie, wenn sie Ausdrücke wie Kapellenschrank oder Gründerzeit nur hören. Wer kann es ihnen verübeln – sind es doch wahre Schmuckstücke. Die Gründerzeit (1871-1895) erstreckte sich über zwei Jahrzehnte und ist bis heute für viele das Zeitalter des guten Geschmacks.

Gründerzeitschrenk – das Möbel aus vergangenen Zeiten

Bedauerlicherweise wissen gerade Jüngere solche Raritäten heute nicht mehr zu schätzen und werten solche edlen Stücke einfach als einen alten Schrank ab, wobei die Bezeichnung „Alter Schrank“ selbst keine Abwertung darstellt, die zugrundeliegende Sichtweise aber schon. Wenn man dann allerdings hinter die Fassade von so einem alten Schrank schaut und die alten Anstriche entfernt (dieser Vorgang nennt sich Abbeizen) so kommen nicht selten wahre Schätze zum Vorschein.

Mit wenig Aufwand alte Möbel neu dekorieren

Auch wenn der Kapellenschrank aus der Gründerzeit nicht besonders viel Stauraum bietet, kann man die offenen Fächer doch umso schöner dekorieren. Von einem alten Schrank kann hier wirklich keine Rede sein. Allein der Anblick eines Kapellenschranks ist schon eine Augenweide. Dekoriert man diesen „alten“ Schrank dann noch mit Stil und Geschmack wird er garantiert zum Blickfang eines jeden Raumes.

Kapellenschrank sehr beliebt

Natürlich hat die Gründerzeit noch einiges mehr an stilvollen Möbeln hervorgebracht. Doch der Kapellenschrank ist wohl den meisten Liebhabern enorm ans Herz gewachsen besticht er doch durch filigrane Details und aufwendigen Verzierungen.

Alles in allem lässt sich sagen, dass derjenige der auf den Geschmack gekommen ist, bereit ist einiges für den Erwerb eines solch stilvollen Möbelstücks zu bezahlen – und diesen Wert dann auch zu schätzen weiß.

Gründerzeit Möbel

Die sogenannte Gründerzeit fällt in die blühende Periode nach der deutschen Reichsgründung im Jahre 1871, die mit einem starken Aufschwung von Wirtschaft, Industrie und Städtebau und einem erstarkenden Selbstbewusstsein des Bürgertums verbunden ist. Der Sog in die Städte schuf einen hohen Wohnraumbedarf. Im Bauboom der Gründerzeit entstanden ganze Stadtviertel mit neuartiger Blockrandbebauung und eigener Infrastruktur sowie großzügige Villenviertel mit beeindruckenden, reich verzierten Fassaden. Stilformen aus der Geschichte fanden neuen Ausdruck in Neoklassizismus, Neogotik, Neobarock und Neorenaissance.

Üppige Dekoration – stilisierte Gestaltung

Innen und außen wurden die Villen der Gründerzeit opulent und repräsentativ ausgestattet. In hohen und großflächigen Räumen fanden Ehrgeiz, Lebensgefühl und Selbstbewusstsein der Besitzer ihren Ausdruck in ebenso reich gestaltetem Mobiliar. Möbel der Gründerzeit sind leicht zu erkennen an massiven, kantigen Formen, üppigem Dekors und stilisierter Gestaltung, die auf Außenwirkung mehr Wert legte als auf Funktionalität. Deutsche Möbel der Gründerzeit zeichnen sich durch die Wahl edler Hölzer wie Eiche, Mahagoni und Nussbaum aus, die massiv verarbeitet wurden.

Gründerzeitmöbel heute sehr gefragt

Schwere, hohe Büffetschränke mit geschnitzten Oberteilen und Glasaufsätzen, ausladende Tische aus Massivholz mit gedrechselten Beinen und Armstühle mit geschnitzten Löwenköpfen, Voluten und Blätterwerk sind typische Beispiele der Möbel aus der Gründerzeit. Gediegene Schreibtische mit Atlanten und Tierköpfen, Vertikos mit floralem Schnitzwerk, Postamente mit gewundenen Säulen und prunkvolle Neorenaissance-Aufsatzschränke mit kunstvollen Einlegearbeiten sind heute wieder sehr gefragt. Möbel des Historismus entfalten in einem großzügigen Rahmen ihre volle Wirkung.