Glas Antiquitäten – Jugendstil Vasen

Die Vasen des Jugendstils sind aufgrund ihrer Fertigungsweise und Farbgebung unverkennbar. Längst sind sie zu begehrten Glas Antiquitäten und Sammelobjekten geworden,  für die stolze Summen berappt werden. Die Formen sind stets geschwungen und rundlich. Sie können lang und schlank, oder bauchig sein. Das Glas ist meist durchscheinend, die Farben verlaufen in Abstufungen. Häufige Verwendung finden die für den Jugendstil typischen floralen Motive. Gefertigt wurden die Jugendstilvasen in Handarbeit von namhaften Firmen, von denen heute noch einige existieren. Marken auf dem Boden der Vase sind bei Sammler beliebte Erkennungsmerkmale.

Emile Galle und Henri Cros bereiteten den Weg für die neue Glas Kunst

Der Jugendstil bereitete der Glaskunst einen neuen Aufschwung. Als Wegbereiter gilt vor allem Emile Gallé. Seine Innovationen wie beispielsweise die Soufflé-Technik, das Anbringen reliefartiger Dekors auf Glas, führte dazu, dass die moderne Glasverarbeitung und der Glasschliff in Frankreich ihren Höhepunkt erreichten. Modellierung mittels farbiger Glasmasse nach Henri Cros hat nicht minder Anteil an der Prägnanz der Jugendstil Vasen.

Jugendstil Vasen Dekore – erst geätzt und dann mit Emaillefarbe aufgetragen

Die Dekore wurden mit Ätztechniken angebracht oder mit Emailfarbe aufgetragen. Eine Kombination beider Techniken findet sich häufig. In der Massenproduktion breitete sich jedoch um die hohe Nachfrage nach kostengünstigen Produkten bedienen zu können, die Verwendung des geschnittenen Überfanglases aus. Die Applikation sind bei diesen Stücken weitaus einfacher gehalten. So gilt es aus der Fülle der Jugendstilvasen die kostbaren Handwerksarbeiten zu finden. Schön anzusehen sind sie jedoch alle.

Jugendstil Künstler – Émile Gallé

Emile Gallé, einer der großen Namen des Jugendstils, hatte zunächst eine ganz andere berufliche Richtung eingeschlagen, bevor er durch seine Entwürfe für Möbel und vor allem Glas- und Keramikkunst bekannt wurde. Obwohl er bereits in eine Familie hinein geboren wurde, die sich dem Handel mit kunsthandwerklicher Glas- und Keramikware verschrieben hatte, widmete er sich als junger Mann zunächst den Geistes- und Naturwissenschaften. Später erlernte er jedoch selbst das handwerkliche Arbeiten mit den Materialien, die auch später seine Werkstücke bilden sollten.

Émile Gallé lässt Erfahrungen aus Reisen in seine Entwürfe einfließen

Während seiner Reisen in Deutschland und Großbritannien sammelte der experimentierfreudige Künstler umfangreiche Erfahrungen und begann anschließend selbst, neue Techniken in der Glasbläserkunst zu erproben. Nach der Übernahme des elterlichen Betriebs baute er diesen im späten 19. Jahrhundert aus und vergrößerte ihn zu einem eigenen Kunstatelier für Keramik-, Glas- und Holzarbeiten. Schnell gelang es ihm, sich erfolgreich in der Szene zu etablieren und internationale Anerkennung zu erlangen. Auch der wirtschaftliche Erfolg blieb nicht aus. So wurde er Arbeitgeber für mehrere hundert Mitarbeiter in weiteren Vertriebsstätten seiner Werke in London, Paris und Frankfurt.

Gallé Lampen und Möbel sind Kunstwerken

Inspiration erlangte der Künstler nicht zuletzt aus seinen Studienjahren. Die Pflanzenwelt und die Natur allgemein waren es, die Émile Gallés Fantasie vor allem bei der Gestaltung seiner zum Teil mit ehrenhaften Preisen ausgezeichneten Vasen und Lampenschirme bereicherten.  Seine Möbelarbeiten spiegelten die Motive aus Natur und Pflanzenwelt in ihren klassischen Jugendstilformen ab. Organische Formen in der Grundstruktur und verspielte Detailarbeiten machten seine Möbel zu Kunstwerken, deren Originalität und Schönheit bis heute geschätzt werden.