Gründerzeit Möbel

Die sogenannte Gründerzeit fällt in die blühende Periode nach der deutschen Reichsgründung im Jahre 1871, die mit einem starken Aufschwung von Wirtschaft, Industrie und Städtebau und einem erstarkenden Selbstbewusstsein des Bürgertums verbunden ist. Der Sog in die Städte schuf einen hohen Wohnraumbedarf. Im Bauboom der Gründerzeit entstanden ganze Stadtviertel mit neuartiger Blockrandbebauung und eigener Infrastruktur sowie großzügige Villenviertel mit beeindruckenden, reich verzierten Fassaden. Stilformen aus der Geschichte fanden neuen Ausdruck in Neoklassizismus, Neogotik, Neobarock und Neorenaissance.

Üppige Dekoration – stilisierte Gestaltung

Innen und außen wurden die Villen der Gründerzeit opulent und repräsentativ ausgestattet. In hohen und großflächigen Räumen fanden Ehrgeiz, Lebensgefühl und Selbstbewusstsein der Besitzer ihren Ausdruck in ebenso reich gestaltetem Mobiliar. Möbel der Gründerzeit sind leicht zu erkennen an massiven, kantigen Formen, üppigem Dekors und stilisierter Gestaltung, die auf Außenwirkung mehr Wert legte als auf Funktionalität. Deutsche Möbel der Gründerzeit zeichnen sich durch die Wahl edler Hölzer wie Eiche, Mahagoni und Nussbaum aus, die massiv verarbeitet wurden.

Gründerzeitmöbel heute sehr gefragt

Schwere, hohe Büffetschränke mit geschnitzten Oberteilen und Glasaufsätzen, ausladende Tische aus Massivholz mit gedrechselten Beinen und Armstühle mit geschnitzten Löwenköpfen, Voluten und Blätterwerk sind typische Beispiele der Möbel aus der Gründerzeit. Gediegene Schreibtische mit Atlanten und Tierköpfen, Vertikos mit floralem Schnitzwerk, Postamente mit gewundenen Säulen und prunkvolle Neorenaissance-Aufsatzschränke mit kunstvollen Einlegearbeiten sind heute wieder sehr gefragt. Möbel des Historismus entfalten in einem großzügigen Rahmen ihre volle Wirkung.