Jungendstil Lampen – Tiffany und die Art Nouveau

Wer kennt sie nicht, diese wunderschönen Tiffany-Lampen aus vielen farbigen Glasstückchen, mit einem wie gewachsen aussehenden Bronzefuß? Was Lampen des Jugendstils angeht, haben sich die Kunstwerke von Louis Comfort Tiffany nicht nur in Amerika sondern auch in Europa durchgesetzt und ihre Nachbildungen erfreuen auch immer noch Menschen, die ansonsten keinen Bezug zum Jugendstil haben.

Wie kommt das? Der 1848 in New York geborene Glaskünstler und Maler ließ sein Verfahren zur Herstellung einer besonderen Art von irisierendem Glas „Tiffany Favrile Glasses“ 1894 patentieren, 1895 entstanden die ersten Lampen in „Tiffany-Glaskunst-Technik“. Dabei werden die Glasstücke mit einseitig klebender Kupferfolie eingefasst und dann mit Lötzinn verbunden. Durch Patinierung werden die Lötnähte abgedunkelt.

Hunderte Glasstücke verarbeitet zu einem Jugendstil Lampen Kunstwerk von Tiffany

Die meisten Tiffany-Lampen lassen sich einer von sieben Kategorien zuordnen: Unregelmäßiger oberer und unterer Rand, Favrile (= handgearbeitet, mit Initialen LCT gekennzeichnet, später Favrile-Stempel), geometrisch, Übergang zu Blumen, Kegellampen mit Blumen und Kugellampen mit Blumen. Insbesondere aus den letzten beiden Kategorien mit ihren üppigen floralen Motiven, mit Libellen, Schmetterlingen und Pfauenfedern stammen die bekanntesten Tiffany-Lampen. Was man heutzutage als Tiffany-Lampen angeboten bekommt, sind nur ganz einfache und vergleichsweise billige Lampen, die in der Tiffany-Technik gearbeitet wurden, mit wenigen Glasstücken. Die original Tiffany-Lampen der Art Nouveau, wie der Jugendstil in Amerika genannt wurde, bestehen aus teilweise vielen hundert Glasstückchen, sind von Hand gearbeitet und haben ihren Preis: Ende 2008 wurde bei Sotheby`s eine Tiffany-Tischleuchte mit „Goldregen“-Motiv für 422.500 $ versteigert.