Jugendstil Stuhl nach Henry van de Velde

Nicht nur in Deutschland gilt Henry van de Velde als bedeutende Persönlichkeit des Jugendstils. Er hat sich diesem Stil jedoch nie ganz unterworfen, auch wenn das – etwa bei seinen Thüringer Bauten – auf den ersten Blick so scheint. Die weiterführenden Einflüsse der Art Déco, das Industriedesign und die anspruchslose Bauhausgestaltung inspirierten ihn in Außen- und Innenarchitektur.

Henry van de Velde und der Jugendstil Stuhl

Henry van de Veldes Entwürfe, nehmen wir nur die seiner Möbel, speziell der Stühle, waren keinesfalls anspruchslos. Beispielsweise das Modell, das er für den befreundeten Harry Graf Kessler fertigte, einladend und voller Individualität präsentiert sich dieser Stuhl – heutzutage in Museen. Die Linien sind klar, und immer schwingt die besondere Schönheit seiner Gestaltung mit. Auch Veldes Esszimmerstühle mit ihren durchbrochenen Verstrebungen der Rückenlehne, die an ein Kirchenfenster gotischen Ursprungs erinnern, zeigen, wie sehr er sich als zeitgemäßer Künstler verstand. Der Nostitzstuhl, u.a. zu sehen in der Kunstsammlung Weimar, erweckt den Eindruck, als hätte er vier Beine, die ohne ein vordergründig florales Element einem Blumenstängel nachempfunden sind, der der Vase eine edle Zier ist. Es ist ein beeindruckendes Design, das der Maler und Architekt in einer Vielzahl seiner Ideen kreierte. Die Erhabenheit seiner Möbel machen sie zeitlos. In ihrer Umsetzung findet sich stets Eleganz. Allein der Leuring-Hocker aus seiner Anfangszeit, der noch heute als Vorlage genutzt wird und fast unverändert als Nacharbeit zu erwerben ist, zeigt die künstlerische Meisterschaft, die sich durch Van de Veldes Arbeit zieht.