Jugendstil Architektur – diese Gebäude kennzeichnen die Epoche

Florale Ornamente, einen Hang zu Symmetrien und schwungvolle Linien waren typische Merkmale der Architektur in der Epoche des Jugendstils. Um etwa 1896 entstand der neue Stil, dessen erklärtes Ziel es war, ein Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Das hatte der Jugendstil seiner vorherigen Epoche, dem Historismus, gemeinsam. Doch der neue Stil wollte noch mehr. Besonders in der Architektur stand die Funktionalität eines Gebäudes genauso im Vordergrund wie der künstlerische Ausdruck.

Die Kunst in den Alltag einbinden

Ende des 19. Jahrhundert war die Zeit der Kunstzeitschriften. Sie dienten zum überregionalen Austausch vor allem von Avantgardekünstlern und war eine Art Kunstbewegung. Etwa 1886 entstand eine neue Epoche – der Jugendstil, der seinen Namen von der Kunstzeitschrift „Jugend“ bekam. In dieser Zeit wollten vor allem Künstler dem Historismus den Rücken kehren. Die Kunst ins Alltägliche einbinden war eines der Ziele dieses Stils. Besonders in der Architektur ist das vor allem in Städten wie Wien und Brüssel bis heute noch zu sehen. Viele der Gebäude aus dieser Zeit besitzen ein Gesamtkonzept, dass sich wie ein roter Faden von den äußeren Fassaden bis in die Räumlichkeiten zieht. Außerdem haben Architekten sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Kunst auch im Alltag Platz haben darf ohne dabei die Funktionalität außer Betracht zu lassen.

Wien und Brüssel – wunderschöne Jugendstilstädte

Der Begriff des Jugendstils ist jedoch nur in Deutschland und in Lettland bekannt. In Österreich nannte man die Periode Sezessionsstil. Künstler wie Gustav Klimt oder Otto Wagner waren die treibende Kraft des 1895 in Österreich entstandenen Stils. Besonders in Wien ist der Jugendstil bis heute an vielen Standorten zu sehen. Die Wiener sind dabei besonders auf den Wagner-Stadtpavillon stolz. Das Gebäude wurde durch den Wahl Wiener Architekten Otto Wagner entworfen. Auch in Belgien hatte die Zeit einen sehr großen Einfluss, was bis heute ganz besonders in der Hauptstadt Brüssel zu sehen ist. Doch wie jede Periode hatte auch der Jugendstil ein Ende, das mit der Weltausstellung in Dresden im Jahr 1906 zu datieren ist.

Brussels Art Fair – BRAFA 2015

In diesen Tagen ist Brüssel wieder im Mittelpunkt des antiken Interesses,  die Brüssler Messe Art & Fair hat geladen und viele sind gekommen um sich einen Überblick über Angebote und (Preis-) Trends zu verschaffen.

Im Gebäude der ehemaligen Post- und Zollstation „Tour & Taxis“ erwarten Messebesucher auf mehr als 15.000 qm Ausstellungsfläche die Ausstellungsstücke von rund 130 Ausstellern.

Zu den Highlights gehören wie in den Vorjahren besondere antike Möbel sowie Gemälde der alten Meister, orientalische Kunst, Schmuck, Teppiche, zeitgenössische Kunst und Fotografie. Besonders die Aussteller antiker Möbel zeigen sich aufgrund der global wirtschaftlich unruhigen Zeiten als besonders zuversichtlich – dann wenn Geld seinen Wert nicht länger behält, treten Sachwerte wieder in den Vordergrund. Dazu gehören logischerweise auch antike Möbel, die schon viele Währungen und Staaten haben kommen und wieder gehen sehen.

Antike Möbel sind zeitgemäßer denn je

Nach dem Boom der Günstigen tritt, so fühlen es nicht wenige auf das BRAFA, wieder eine Rückbesinnung ein. Statt immer wieder neu und nie wirklich qualitativ entscheiden sich auch immer mehr Jüngere wieder für qualitative Handwerksarbeiten und kombinieren dies eben mit werthaltigen Geldanlagen.

So gehören zu den Ausstellern mit Schwerpunkt antike Möbel in diesem Jahr unter anderem Axel Vervoordt (Antwerpen), Pierre Segoura (Paris) und auch die Galerie Steinitz, die sich ein Stadthaus an der Pariser Rue du Faubourg-Saint-Honoré als Stammsitz ausgewählt hat und dort Antiquitäten wie auch eine breite Auswahl an Mobiliar und Kunstobjekten zur Auswahl bieten.

Ebenfalls aus Paris angereist ist Jean-Jacques Dutko, dessen gleichnamige Galerie nicht nur Antiquitäten, sondern auch zeitgenössische Kunst in einen wunderbar arrangierten Zusammenhang setzt.

Wer es bis Sonntag nicht nach Brüssel schaffen sollte und Paris lieber nur für einen Urlaub besucht, kann durchaus auch in Deutschland versierte Händler mit ausgesuchtem Angebot finden, so bietet z.B. die Original Antike Möbel (OAM) in Münster eine größere Auswahl von Biedermeier, Jugendstil, Art Déco, Barock und Bauhaus Möbeln zur Auswahl. Die hauseigene Restauration von antiken Möbeln trägt im Übrigen dazu bei, dass hier nicht nur ein An- und Verkauf stattfindet, sondern Antiquitätenwissen täglich geübte Praxis ist.

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Biedermeier Möbel – der bürgerliche Wohnstil

Möbel und Einrichtung spiegeln immer auch die Zeit und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wieder. Der Jugendstil ist ein gutes Beispiel für eine Phase des gesellschaftlichen Umschwungs, der die beginnende Industrialisierung und die damit verbundene erstmals mögliche Massenproduktion von Einrichtungsgegenständen in neuer Form aufgriff und der relativ kurzen Epochen von nur 20 Jahren einen eigenen Namen gab.

Wie der Jugendstil, so sind auch die Möbel des Biedermeier ganz klarer Ausdruck der gesellschaftlichen Veränderungen, die den Aufschwung des Bürgertums und die Besinnung auf die eigenen vier Wände zum Gefühl einer ganzen Generation werden ließen. So gehören Biedermeier Möbel heute zu den besonders gefragten Antiquitäten, da sie sowohl handwerklich perfekt verarbeitet sind, als auch überwiegend ein sehr schönes, schlichtes Äußeres aufweisen. Kein unnötiger Prunkt, kein Schnörkel zu viel charakterisieren die Möbel dieser Zeit. Eine klare Linienführung sind jene Gestaltungselemente, die nicht nur im frühen 19. Jahrhundert begeistern konnten, sondern auch heute, 200 Jahre später gefragte Stilmittel darstellen.

Wohnzimmer wurde zur Zeit des Biedermeier erfunden

Der damals populären Wohnstube sagt man sogar nach sie hätte den Beginn des Wohnens mit Wohnzimmer markiert und damit erstmals jenen familiären Rückzugsort geschaffen, der heute als zentrales Element in keinem Wohnkonzept fehlen darf.

Vielfach gut erhalten und aus hochwertigen Hölzern wie z.B. Kirsche oder Nussbaum hergestellt, erfreuen sich heute Biedermeier Stühle einer großen Nachfrage. Sind diese Sitzmöbel vom Fachmann sachgerecht restauriert worden und mit aktuellen oder auch zeittypischen Stoffen bezogen, finden sie in beinahe jedem Einrichtungskonzept ihren Platz. Ob als wertvolle Antiquität oder als absolut alltagstaugliche Sitzgelegenheit, Biedermeier Stühle ergänzen modernes Wohnen durch schlicht schönes Äußeres ebenso wie klassische Interieur Stile als jene charmanten Möbel, die Generationen von Besitzern überdauert und den Aufstieg und Fall von Gesellschaften, Währungen und Staaten in Würde überdauert haben.

Wer sich für den Kauf von Jugendstil oder Biedermeier Antiquitäten interessiert, sollte sich vorab von einem Fachmann wie z.B. Antik Held (im Internet unter www.antik-held.de) beraten lassen, denn nicht jedes Möbel eignet sich auch für den Alltag und nicht jedes Möbel, dass man eventuell günstig bei einem Onlineauktionshaus kaufen kann, ist so echt wie der Verkäufer es glaubt. Der Gang zu einem Antikhändler erscheint deshalb mehr als sinnvoll und bietet ganz nebenbei einen wunderbaren Blick in die Vergangenheit.

Jugendstil Künstler – Henri de Toulouse-Lautrec

Der französische Maler und Grafiker Henri de Toulouse-Lautrec gilt als Ikone des Jugendstils. In seinem kurzen Leben von 1864 bis 1901 malte und zeichnete er die bizarre Welt des Pariser Nachtlebens, an dem er selbst aktiv teilnahm. Huren, Ganoven, Artisten und all die anderen Nachtschwärmer zählten zu seinen beliebten Motiven. Wie es dem Jugendstil eigen war, strebte der Künstler nach Einfachheit und Sachlichkeit. Toulouse-Lautrec, der nach Beinbrüchen in seiner Jugend zeitlebens schwer gehbehindert war, zeichnete die Umwelt und die Menschen nicht geschönt. Dadurch unterscheidet er sich von anderen Plakatkünstlern des Jugendstils.

Henri de Toulouse-Lautrec Meister der Jugendstil Alltagskunst

Die nach der Münchener Zeitschrift “Die Jugend” benannte Kunstrichtung wollte den konsequenten Bruch mit traditionellen Stilrichtungen, die bis dato nachgeahmt wurden. Von 1894 bis 1914 war der Jugendstil die dominierende Kunstrichtung, die bist heute nichts von ihrer Wirkung eingebüßt hat. Das gilt insbesondere auch für die kunsthandwerklich anspruchsvollen Jugendstil-Möbel, deren Kennzeichen Elemente aus der Blumen- und Pflanzenwelt, Schwingungen und Rundungen sind. Für diese Unikate haben die Jugendstil-Künstler vorwiegend edle Materialen verwendet. Die Kunst hielt somit Einzug in den Alltag. Das gilt auch für die Werke von Toulouse-Lautrec, dessen Reproduktionen noch heute begehrt sind. Der Künstler musste 37jährig dem exzessiven Nachtleben und dem übermäßigen Alkoholgenuss Tribut zollen. Er starb auf dem Schoß seiner Mutter.

Antike Einrichtung – der Sekretär im Jugendstil

Der Sekretär des Jugendstils ist unverkennbar durch seine schlanke und hohe Form. Dadurch unterscheidet er sich deutlich von den gedrungenen Vorläufermodellen der Gründerzeit und des Biedermeier. Er ist stets eher hoch denn breit. Die schlanke Form wird vor allem durch den hohen, rechteckigen Aufsatzschrank und die vier hohen Füßen erzeugt. Hinter zwei bleiverglasten Türen des Aufsatzschrankes befinden sich Einlegeböden. Der Unterschrank verfügt in der Regel über zwei bis drei Schubladen, welche sich über die gesamte Breite erstrecken. Darüber ist die nach unten zu öffnende, waagerecht feststellbare Klapptür, welche als Schreibunterlage genutzt wurde. Im zugehörigen Fach befinden sich Boxen und manchmal auch kleine Schublädchen für Schreibutensilien.

Geschwungene Linie und florale Schnitzereien kennzeichnen Jugendstilsekretär

Wie bei jedem Möbel unterliegt die Detailausführung regionalen Einflüssen. Der Liebhaber findet auch am schlichten Jugendstilsekretär ein leicht überstehendes Dach und mindestens balusterförmig gearbeitete Vorderfüße. Die geschwungenen Linien des Jugendstils und sparsame florale Schnitzereien kommen an aufwendigen Stücken zum Einsatz. Auch das Glas der Schranktüren ist bei diesen Sekretären facettenreicher gearbeitet. Das verwendete Holz ist meist Eiche, Mahagoni oder Nussbaum. Wie jedes Möbel unterliegt auch der Jugendstilsekretär regionalen Einflüssen, doch die Grundform ist stets gleich und ergänzt durch die typischen Merkmale des Jugendstils.